Schweißen mit Zertifikat

Achten im HID auf gute Qualität bei den Schweißnähten: (Von links) Mike Tatz und Gruppenleiter Tobias Böinghoff.

Da der Schweißerschein für bestimmte Materialien verpflichtend ist und häufig auch von Kunden gewünscht wird, gehört er mittlerweile zum guten Standard – jetzt auch im HID. Beschäftigte und Mitarbeiter des HID – Handwerk, Industrie und Dienstleistung –  Zweigwerkstatt der Werkstätten Karthaus, haben eine Schweißer-Weiterbildung absolviert.

Dülmen. Während seiner Arbeit verbirgt Mike Tatz sein Gesicht unter der Schutzmaske und seine Hände in feuerfesten Handschuhen. Konzentriert verhelfen ihm die enorme Hitze und die Strahlung des Brenners Wurzel-, Zwischen- und Decklagen zu schweißen, um massive Werkstücke unzertrennbar miteinander zu verbinden. Seit fünf Jahren arbeitet der Beschäftigte in der Metallverarbeitung im HID I. Nun hat Mike Tatz gemeinsam mit Rolf Dreckmann, Mitarbeiter der Produktion, einen Schweißer-Lehrgang im Handwerksbildungs-zentrum Coesfeld erfolgreich bestanden. Zwei Wochen lang lernten sie theoretische Inhalte und vor allem die besonderen Anforderungen des Schweißens, wie beispielsweise die Festigkeit der Schweißnähte. Mit einer praktischen Prüfung haben sie den Lehrgang schließlich beendet und ein Zertifikat erhalten.

„Insgesamt war es sehr interessant und vieles Neues konnte ich für mich auch mitnehmen“, sagt Mike Tatz. Denn insbesondere das Schweißen aus verschiedenen Winkeln ist oft gar nicht so leicht. „Wir arbeiten verstärkt mit Vorrichtungen, um die Werkstücke positionsgenau zu setzen“, sagt Tobias Böinghoff, Gruppenleiter in der Metallbearbeitung. Vorrichtungen sind Winkel und Abstandhalter, die extra für den einzelnen Auftrag gebaut werden und genau den angegebenen Maßen für das Werkstück entsprechen, ähnlich einer Schablone. Daher sind vor allem Aufträge für Serienproduktionen für den HID lukrativ. „Wir fertigen dann Stückzahlen von 10 bis zu mehreren Tausend“, so der Feinwerkmechaniker-Meister. Er trägt die Verantwortung für die Metallverarbeitung im HID I und führt die Qualitätskontrollen durch: „Fehlerhafte Schweißnähte erkennt man direkt durch Lufteinschüsse und Verfärbungen. Oft sind Verunreinigungen durch Fette, Farben oder Fremdmaterialien schuld. Daher achten wir besonders auf ein sauberes Arbeitsumfeld“.

Auch bei der Schweißer-Prüfung begutachten die Prüfer, wie sauber, dicht und vollständig die einzelnen Nahtlagen am Werkstück sind. Zum Schluss wird die Schweißnaht geröntgt und gebrochen. „Nur so können sie den Querschnitt richtig beurteilen. Das Röntgen gehört auch zur gängigen Praxis in den Betrieben, um die Qualität zu kontrollieren“, erklärt Tobias Böinghoff. Mike Tatz ergänzt: „Wir hatten die Aufgabe, eine Kehlnaht am T-Stoß zu schweißen.“  Nun müssen die beiden Handwerker ihren Schweißschein alle zwei Jahre durch eine erneute praktische Prüfung auffrischen.

 

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