Karthäuser Winterzauber abgesagt

(von links n. rechts) Hermann Wessels (Bereichsleiter) und Christoph Lowens (Leiter der Werkstätten Karthaus)

Einschränkungen und Vorsichtsmaßnahmen prägen das Jahr 2020. Das Coronavirus hat vieles verändert und einen neuen Alltag herbeigeführt. Leider müssen die Werkstätten Karthaus auch ihren beliebten Weihnachtsmarkt „Karthäuser Winterzauber“ in diesem Jahr ausfallen lassen. „Wir bedauern diese Entscheidung sehr, uns blieb aber keine andere Wahl. Wir hoffen auf das Verständnis unserer Besucherinnen und Besucher, denn die Sicherheit der Menschen, die bei uns wohnen und arbeiten, steht im Vordergrund“, sagt Christoph Lowens, Leiter der Werkstätten Karthaus.

Der Karthäuser Winterzauber findet bereits seit 17 Jahren immer am zweiten Adventswochenende auf dem Gelände der Werkstätten für Menschen mit Behinderung statt. Die Planungen beginnen frühzeitig. Das gesamte Jahr über bereiten sich Mitarbeitende und Beschäftigte auf das Event vor. Da seit März im gesamten Anna-Katharinenstift immer wieder neu angepasste Sicherheitsmaßnahmen zu berücksichtigen sind und die Gefahr, sich mit Covid-19 anzustecken weiterhin sehr hoch ist, sind öffentliche Großveranstaltungen noch nicht möglich. Auch wenn die Arbeit in der Werkstatt bereits wieder angelaufen ist, herrscht noch lange kein Normalbetrieb. Die meisten Beschäftigten gehören aufgrund von Vorerkrankungen zur Hochrisikogruppe. Menschen mit schwerstmehrfachen Behinderungen können erst in den nächsten Wochen an ihren ursprünglichen Arbeitsplatz zurückkehren.

Nach dem langen Lock-Down im Frühjahr und den vielen abgesagten Veranstaltungen im Sommer ist bei den Beschäftigten die Stimmung getrübt. Trotzdem freuen sich die meisten, wieder in der Werkstatt tätig zu sein und dadurch Struktur im Alltag zu erfahren. Insbesondere der Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen fehlte. „Das war für uns alle eine harte Zeit, solange nicht arbeiten zu können – auch wenn wir unser Gehalt weiter bekommen haben. Ich war eine der Ersten, die wieder zurück in die WfbM durfte. Viele Beschäftigte stört die Maske, die sie nun überall tragen müssen – im Bus, auf dem Gelände und wenn sie im Gebäude unterwegs sind“, sagt Ingelore Grätz vom Werkstattrat der Werkstätten Karthaus. Dass nun auch der Winterzauber ausfällt, kam für die meisten Werkstattbeschäftigten nicht überraschend. „Wir sind sehr traurig darüber. Alle freuen sich das ganze Jahr schon auf den Winterzauber. Auch ich bin immer an drei Tagen im Einsatz. Da jetzt die Infektionszahlen steigen, sagen viele, dass die Absage richtig ist“, so Ingelore Grätz.  

Bei der Entscheidung spielten zusätzlich zu den Sicherheitsbedenken auch wirtschaftliche Gründe eine Rolle. So gibt Werkstattleiter Christoph Lowens zu bedenken: „Jeder Winterzauber ist mit enormen Kosten verbunden. Diese können wir nur durch entsprechend große Besucherströme decken, die allerdings aufgrund der momentanen Lage in diesem Jahr ausbleiben werden.“ Trotzdem hatten sich die Werkstätten im Voraus auf den Markt vorbereitet und das Lager gefüllt. „Wir werden in der Adventszeit am Laden Karthaus zwei Weihnachtsmarkthütten aufstellen, indem wir unsere Weihnachtsartikel, wie Stelen, Ständer und Leuchten, verkaufen. So schaffen wir gemütliches Marktambiente und vorweihnachtliche Stimmung“, verrät Christoph Lowens. Außerdem sei in Planung, in der Vorweihnachtszeit ein leerstehendes Ladenlokal in Haltern am See zu mieten, um auch dort die Deko- und Geschenkartikel aus der Kollektion Karthaus anzubieten.

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